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  #1  
Alt 14.04.2005, 20:23
Anubis
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Neues aus Absurdistan

Parallel zum Wahnsinn im Gesellschafts-UF hat gerade das Politik-Foum meiner Meinung nach ebenfalls einen solchen thread verdient!

Heute wurde für den neuen Wehrbeauftragten des deutschen Bundestages votiert. Mit 307 von 599 Stimmen wurde der SPD-Mann Reinhold Robbe gewählt. Robbe kündigte an sich als "Ombudsmann der Soldatinnen und Soldaten vor allem um deren Sorgen und Nöte bei den Auslandseinsätzen zu kümmern". Der 50jährige gilt als engagierter Verteidiger der allgemeinen Wehrpflicht.

Der Witz an der Sache: Robbe hatte in den 70er Jahren den Wehrdienst verweigert; aus Gewissensgründen! Darauf angesprochen erklärte er heute, er würde "heutzutage jederzeit seine Wehrpflicht ableisten". Jaja Meister, in deinem Alter hast du leicht reden .

Als ehemaliger Soldat (ja, ich war und bin stolz darauf!) kann ich an dieser Stelle nur allen Angehörigen der Streitkräfte (was halt noch davon übrig ist) mein Mitgefühl aussprechen; so etwas ist ein Schlag ins Gesicht für alle Soldaten und Grundwehrdienstleistende. Achja, Herr Robbe: Es gibt keine Soldatinnen! Es heisst Soldat; unabhängig vom Geschlecht.

Tja, in dem Fall erkennt man, was das Sprichwort "Den Bock zum Gärtner machen" eigentlich bedeutet. Ein politischer Treppenwitz; nur lachen kann zumindest ich nicht darüber.


Wir warten gespannt auf die nächste Absurdität aus Berlin.....
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  #2  
Alt 30.05.2005, 12:22
Anubis
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Nun ist ja mittlerweile der "Streit" um die Ausgleichszahlungen für Apotheken beigelegt worde. Man hat sich darauf verständigt, den Apothekern mehrere Millionen Euro Steuergelder für ihren "Verdienstausfall" in den Arsch zu blasen .

Die Hauptschuldigen des Desasters sind aber mal wieder in der Politik zu finden. Schliesslich wird in der Gesundheitsreform den Apothekern eine Ausgleichszahlung gesetzlich garantiert.

Hallo?? Ein selbständiger Freiberufler erhält von der Regierung Verdienstgarantien? Spinn ich ?? Wo kommen wir denn dahin...

Es wird klar: Ulla Schmidt hat wieder einmal auf ganzer Linie versagt! Da plagen sich die gesetzlich Versicherten mit eingeschränkter Versorgungsleistung, zahlen brav ihren quartalsmäßigen Pauschalbetrag als Eintritt dafür, daß man als kranker Mensch überhaupt zu den Halbgöttern in Weiß vorgelassen wird und was ist das Ergebnis? Ulla Schmidt nährt von diesem Geld eine Natter an ihrer Brust; die Aesculap-Natter .
Und weils so lustig ist, den Versicherten zu verarschen bis zum geht-nicht-mehr, setzen wir gleich noch einen drauf und gönnen den ach so geplagten und gestressten Vorständen der Krankenkasse mal eben noch eine satte Gehaltserhöhung.

Mir fehlen die Worte, um eine deratige Frechheit noch weiter auszuführen. Absurd ist schon gar nicht mehr das passende Adjektiv; "bescheuert" wäre bald treffender...
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  #3  
Alt 21.03.2007, 20:51
Anubis
Gast
 
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Da es hier ja auch mal um die Wirtschaft gehen darf...

TV-Aufnahmen bald verboten?

Das Digital Video Broadcasting Project (DVB), ein internationales Konsortium aus der Film- und Fernsehindustrie, will einen Kopierschutz fürs Fernsehen einführen. Dazu wurde ein neuartiges Digital-Rights-Management-System (DRM) für das digitale Fernsehen entwickelt. Ziel ist es offenbar, die Nutzung von Fernsehinhalten erheblich einzuschränken. Die US-Interessengruppe Electronic Frontier Foundation (EFF), die bei geschlossenen Sitzungen des DVB anwesend war, erhebt nun schwere Vorwürfe gegen das Vorhaben: Amerikanische Unterhaltungsgiganten planten drastische Einschränkungen, mit denen sie gegen die digitale Vervielfältigung ihres Angebots vorgehen. In Zukunft solle es etwa nicht mehr möglich sein, Sendungen aufzunehmen oder an jedem beliebigen Gerät abzuspielen.
Die EFF führt die Einführung des neuen Rechtesystems auf das Betreiben von Hollywood-Filmstudios und internationalen Privatfernsehen zurück. Diese würden nicht müde zu betonen, das digitale Kopierverfahren eine essenzielle Gefahr für sie darstellten. Die Möglichkeit einer digitalen Kopie stellt die Film- und Fernsehindustrie vor ein großes Problem: Das Klonen eines Filmes in HD-Qualität ist verlustfrei und relativ problemlos möglich.
Mit dem geplanten Kopierschutz würden vor allem die Aufnahme- und Kopiermöglichkeiten eingeschränkt. So soll es für die Filmindustrie möglich sein, dem Verbraucher das Aufnehmen von Sendungen auch zu privaten Zwecken zu verbieten. Daneben soll sich der Konsument nicht mehr aussuchen dürfen, wo er sich ein Programm anschaut. Mit der "geography control" genannten Technik wird dabei der Aufenthaltsort des Fernsehzuschauers überwacht. Sobald dieser sich bewegt, weil er etwa mit einem Laptop das Haus verlässt und über diesen fernsieht, kann das Signal unterbrochen werden.
Nach Informationen der EFF will das DVB-Projekt den Kopierschutz fürs Fernsehen per EU-Richtlinie sichern und reicht das DRM-System beim Europäischen Normungsinstitut ein. Wenn sich die Rechtinhaber durchsetzen, wird das erhebliche Folgen für Verbraucher und Innovationen haben. Michael Brobowski vom Bundesverband der Verbraucherzentralen zu Folge hemme der Kopierschutz die Entwicklung der Digitalisierung und belaste die Akzeptanz der Fernsehzuschauer. Die EFF sieht in dem Vorhaben einen massiven Angriff auf die Rechte der Verbraucher.
In einem Bericht der EFF erhebt die Interessengruppe schwere Vorwürfe gegenüber der DVB. Dem Verbraucher würde mit dem Content Protection and Copy Management (CPCM) genannten System das Recht genommen, legal erworbene Inhalte zu konsumieren. Ziel sei es offenbar, dem Verbraucher das Geld aus der Tasche zu ziehen. Jede Nutzung von Fernsehinhalten solle Stück für Stück verkauft werden. Michael Brobowski findet dies besorgniserregend. "Diese Entwicklungen sind äußerst bedenklich und für den Verbraucher nicht akzeptabel", sagte er gegenüber dem Nachrichtendienst Pressetext Deutschland. Die Kehrseite der Digitalisierung würde sich für den Verbraucher in einer Verteuerung manifestieren.

Quelle: t-online




Icj würde ja gerne noch was dazu schreiben; vielleicht morgen, wenn ich mich wieder etwas beruhigt habe. Momentan bleibt mir einfach nur die Luft weg..
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  #4  
Alt 02.05.2007, 21:47
Benutzerbild von Ra
Ra Ra ist offline
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Ort: Westwood
Beiträge: 284
...und schon ist das Thema ums DVB-Konsortium wieder in der Versenkung verschwunden. Merkwürdig, nicht?

Aber, ein post vorher betreffend, das kommt wieder hoch. War am letzten Wochenende ein recht interessanter Bericht in der Frankfurter Allgemeinen über den Aufkauf von DocMorris durch eine ausländische Firma zu lesen. Und die deutschen Apotheker schnauben vor Wut...
Anubis, du sitzt doch mehr oder weniger an der Quelle. Weißt du da mehr?
__________________
"Eine ganze Generation zapft Benzin, räumt Tische ab, schuftet als Schreibtischsklaven. Durch die Werbung sind wir heiss auf Klamotten und Autos, machen Jobs die wir hassen und kaufen dann Scheisse, die wir nicht brauchen. Wir sind die Zweitgeborenen der Geschichte; Männer ohne Zweck, ohne Ziel."
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  #5  
Alt 08.05.2007, 14:35
Anubis
Gast
 
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Zitat:
Zitat von Ra Beitrag anzeigen
Anubis, du sitzt doch mehr oder weniger an der Quelle. Weißt du da mehr?
Sie schnauben immer noch....

Sollen´se ruhig; jahrzehntelang wurde den Apothekern die Kohle förmlich hinterhergetragen. Wird Zeit, daß sie sich, wie jeder andere auch, dem Wettbewerb stellen. Ich hab da nicht die geringste Spur Mitleid!
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  #6  
Alt 21.11.2008, 22:47
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Shadow Shadow ist offline
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Beiträge: 1.746
Mal wieder hier etwas Leben reinbringen

Nun hat sie wieder zugeschlagen, die Unions-Barbie. Die glücklicherweise nicht mit Sachverstand gesegnete Familienministerin Ursula von der Leyen brachte kürzlich ihren neuesten schwachsinnigen Vorschlag unters Volk. Sie will deutsche Internet-Provider künftig notfalls per Gesetz dazu zwingen, Internetseiten, die kinderpornografisches Material enthalten, zu sperren und damit dem Nutzer unzugänglich zu machen.

So lobenswert der Kampf gegen dieses widerliche Geschäft einerseits auch ist, zeigt sich doch andererseits die Janusköpfigkeit dieser Initiative; zumindest demjenigen, der noch in der Lage ist, mehr als sein halbes Hirn zu benutzen. Mal ganz von den technischen und rechtlichen Schwierigkeiten abgesehen, die solch ein Vorhaben mit sich bringen würde. Die technischen sind einfach: welcher Pädo bietet seine „Ware“ wohl unter einer offiziellen, leicht zu identifizierenden url an? Wahrscheinlich nur die total Bescheuerten. Zum zweiten scheint es wohl logisch, dass diese „Anbieter“ die domain häufiger wechseln als ihre Unterhosen, zumal Kinderpornografie nahezu weltweit als Verbrechen verfolgt wird. Wie sollen also nun die Provider diese Seiten qualifiziert identifizieren? Das bringt einen zu den rechtlichen Problemen. Man müsste schon „per Hand“ die Seiten raussuchen, um sie zu sperren. Das aber wäre wiederum in höchstem Maße illegal, schon alleine das absichtliche Aufrufen einer solchen Seite ist eine Straftat. Tja, Frau von der Leyen, zu kurz gedacht.

Die Janusköpfigkeit ist aber auf anderer Ebene zu suchen. Um ihr Vorhaben umzusetzen, müssten entsprechende Gesetze geändert werden. Unter anderem bedeutet dies, so komisch es in diesem Fall auch klingen mag, einen Eingriff in die Meinungsfreiheit, also in ein Grundrecht. Ich nenne dies den „Schäuble-Effekt“. Such dir ein emotional hochbrisantes Thema aus und versuch damit, bestehende Verfassungsrechte auszuhöhlen. Schäuble hatte dies ja bereits mit der Debatte um die „Rettungsfolter“ vorexerziert. Auch hier hatte er einen emotionalen Einzelfall herausgegriffen (es handelte sich um eine Kindesentführung; man hatte den Entführer geschnappt, dieser wollte aber das Versteck des Mädchens nicht preisgeben. Daß das arme Mädchen zum Zeitpunkt der Verhaftung bereits tot war, sei nur nebenbei der Vollständigkeit halber erwähnt.Der Entführer wurde also etwas „ermuntert“ und gab schließlich den Ort des Verstecks preis. Die Folge war eine Rechtsdiskussion, ob Folter in solchen Fällen zulässig sein könne und dürfe.) um ein Grundrecht, in diesem Fall die Unantastbarkeit der Menschenwürde, infrage zu stellen.
Genau das gleiche versucht nun von der Leyen. Fast schon archetypisch: auch hier geht es um Kinder. Diese eignen sich immer besonders gut, um den Volkszorn in die gewünschte Richtung zu lenken.

Es müssen aber zwei Fragen gestellt werden. Erstens: falls dies Vorhaben Gesetz werden sollte, was kommt als nächstes? Zwangssperrung aller Pornoseiten aus „Jugendschutzgründen“? Zwangssperrung aller unliebsamer Inhalte, wie auch immer die aussehen mögen, wegen staatsfeindlicher Tendenzen? Generelle Filterung des Internets wie in China? Der Zensur sind damit Tür und Tor geöffnet.
Zweitens: warum wird sich nicht mit der Ursache befasst, sondern nur versucht, den Wirkungseffekt „außer Sicht“ zu schaffen? Glaubt von der Leyen ernsthaft, das Problem der Kinderpornografie würde dadurch geringer oder gar verschwinden? So dumm kann nicht mal sie sein – oder doch? Oder soll es am Ende darauf hinauslaufen, dass man per blindem, vorgetäuschtem Aktionismus behaupten kann, sich des Problems anzunehmen; schließlich stehen nächstes Jahr wieder Wahlen an. Und wenn man es dann geschafft hat, kann man sich ja immerhin hinstellen und im Brustton der Überzeugung tönen: Kinderpornografie ist zwar ein Problem, aber wenigstens kein deutsches Problem. Unser Internet ist sauber.
Prost Mahlzeit.
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